Freitag, 17. April 2009

Dann

Wenn dein Glück
kein Glück mehr ist
dann kann deine Lust
noch Lust sein
und deine Sehnsucht ist noch
deine wirkliche Sehnsucht
Auch deine Liebe
kann noch deine Liebe sein
beinahe noch glückliche Liebe
und dein Verstehen
kann wachsen
Aber dann will auch
deine Traurigkeit
traurig sein
und deine Gedanken
werden mehr und mehr
deine Gedanken
Du bist dann wieder du
und fast zu sehr bei dir
Deine Würde ist deine Würde
Nur dein Glück

ist kein Glück mehr

Erich Fried

Antwort


Zu den Steinen
hat einer gesagt:
seid menschlich

Die Steine haben gesagt:
Wir sind noch nicht
hart genug

Erich Fried 

Dienstag, 14. April 2009

Liebe und Freundschaft

Vielleicht muß man die Liebe gefühlt haben, um die Freundschaft richtig zu erkennen. 

Sébastien Chamfort, 1741 - 1794

frz. Schriftsteller

Ich habe den Frühling genossen, deswegen weniger Bloggeinträge... :-)

Es ist einfach wundervoll!


Dienstag, 24. März 2009

Vorbild

Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern.
Erich Kästner (1899 - 1974)
deutscher Schriftsteller

Donnerstag, 19. März 2009

Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras.
Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)
deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler

Mittwoch, 11. März 2009

Man schließt die Augen der Toten behutsam; nicht minder behutsam muss man die Augen der Lebenden öffnen.

Jean Cocteau (1889 – 1963)
Französischer Dichter. Filmregisseur, Choreograph und Maler

In stillem Gedenken der Todesopfer von Wendlingen.
Nach Erfurt hat man uns versprochen nie wieder, hat aber im Stillen Amoklaufnotfallpläne an Schulen erarbeitet. Schon beim Lesen und Üben laufen mir kalte Schauer über den Rücken.
Denn die Kugel, wenn sie für dich bestimmt ist, wirst du nicht hören.
Es hat sich und wird sich so schnell nichts ändern. Leider.
Und solange Schüler und Schülerinnen aufeinander losgehen, sich gegenseitig beleidigen und mobben, ohne ernsthafte Konsequenzen für die Täter, werden immer wieder aus gepeinigten Opfern neue Täter. Und auch wenn ein Herr Bohlen das Beleidigen salonfähig gemacht hat, sollte man sich fragen: WO ist die Grenze? Wie viel kann ein Jugendlicher ertragen?
Ich weiß nicht, was den Amokläufer dazu gebracht hat zu einer Tatwaffe zu greifen und um sich zu schießen. Aber ich bin mir sicher, es gab im Vorfeld eine lange Geschichte, eine die zwar banal klingt, die ihn aber selbst im Inneren seiner Seele zerrissen hat.
Lasst das Mobben und Fertigmachen. Es führt ins Nichts. Es hinterlässt bei den Eltern und Angehörigen der Opfer Trauer und Wut, es hinterlässt auch bei den Eltern des Täters tiefes Leid.

Montag, 9. März 2009

Wer in den Vordergrund seiner Gegenwart treten will, sollte nie vergessen, dass der Hintergrund seiner Vergangenheit in seinem Schatten gespeichert bleibt.

Christa Schyboll (1952)
Deutsche Jurnalistin